Guillochieren

Was die wenigsten wissen: Das Guillochieren entwickelte sich aus dem „königlichen Handwerk“ des Kunstdrechselns, in dem im 16. bis 18. Jahrhundert vom Kaiser bis zum Landgrafen fast die gesamte Hocharistokratie ausgebildet wurde. Denn dieses Handwerk versinnbildlichte deutlicher als jedes andere das damalige Weltbild, in dem sich alles um den Souverän dreht – oder zu drehen hatte. Aus diesen fürstlichen Drechselmaschinen entwickelten die Uhrenkünstler des 18. und 19. Jahrhunderts die wunderschönen Guillochier-maschinen, mit denen beispielsweise Breguet seine einzigartigen, typischen Zifferblätter geschnitten hat.

Anfang des 20. Jahrhunderts brachte der Hofjuwelier des russischen Zaren, Fabergé, die Guillochierkunst zu ihrer wahren Vollendung. Er benutzte das Guilloche als Untergrund für seine berühmten Emaille-Arbeiten, die in den nach ihm benannten Fabergé-Eiern ihren Höhepunkt fanden. Dank der Renaissance der mechanischen Uhr statten auch heute wieder einige hochwertige Hersteller ihre Produkte mit handguillochierten Zifferblättern aus, die in ihrer klassischen Erscheinung nach wie vor unübertroffen sind.